Finanzmärkte neu gestalten (Tagespost-Kolumne Teil 3)

Die Ökumenische Sozialinitiative der Deutschen Bischofskonferenz und der Evangelischen Kirche in Deutschland hat eine breite Diskussion angestoßen. Die zentralen Etappen des Diskussionsprozesses, vom Kongress "Gemeinsame Verantwortung für eine gerechte Gesellschaft" bis zu den Stellungnahmen, Gastbeiträgen und Kommentaren hier auf dieser Webseite, sind im Dokumentationsband "Im Dienst an einer gerechten Gesellschaft" zusammengefasst, den Sie hier als PDF herunterladen können

Joachim Wiemeyer

Joachim Wiemeyer lehrt Christliche Gesellschaftslehre an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Ruhruniversität Bochum.

Zwar hatten die EKD wie die Deutsche Bischofskonferenz bereits kurz nach der Finanzkrise 2007 bis 2009 in jeweils getrennten Dokumenten dazu Stellung genommen. Ein wesentlicher Grund für die Kirchen, sich nach 1997 wieder in einer gemeinsamen Sozialinitiative zu Wort zumelden, lag auch darin, dass die notwendigen Konsequenzen weder bei den beteiligten Akteuren der Finanzwirtschaft noch in der nationalen oder europäischen, schon gar nicht in der internationalen Regulierung der Finanzwirtschaft, hinreichend gezogen wurden.

Eine wesentliche Ursache der Finanzkrise lag darin, dass in Zentren der Finanzwirtschaft eine Eigenwelt der Finanzmarktmitarbeiter entstand, die sich als Herrscher der Welt verstanden. So sah der frühere Vorstandssprecher der Deutschen Bank Breuer die Finanzmärkte als „fünfte Gewalt“ an, die auf den Devisen- und Anleihemärkten täglich die Entscheidungen von Parlamenten und Regierungen bewerten. Dass in der Demokratie jeder Mensch nur eine Stimme hat, während auf den Finanzmärkten die Höhe der Beträge in Millionen- oder Milliardenhöhe eine Rolle spielen, und damit der sozial-ethisch gebotene Vorrang der Politik vor der Wirtschaft in Frage gestellt wird, geriet nicht in sein Blickfeld.

Der Beitrag von Joachim Wiemeyer ist in der "Tagespost" erschienen. Lesen Sie hier im PDF weiter.