Ohne Wachstum geht es nicht (Tagespost-Kolumne Teil 1)

Die Ökumenische Sozialinitiative der Deutschen Bischofskonferenz und der Evangelischen Kirche in Deutschland hat eine breite Diskussion angestoßen. Die zentralen Etappen des Diskussionsprozesses, vom Kongress "Gemeinsame Verantwortung für eine gerechte Gesellschaft" bis zu den Stellungnahmen, Gastbeiträgen und Kommentaren hier auf dieser Webseite, sind im Dokumentationsband "Im Dienst an einer gerechten Gesellschaft" zusammengefasst, den Sie hier als PDF herunterladen können

Traugott Jähnichen

Traugott Jähnichen ist Professor für Christliche Gesellschaftslehre an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum.

Seit mehr als 40 Jahren wird in der Öffentlichkeit die vorherrschende ökonomische Wachstumsorientierung hinterfragt. Dennoch steht Wirtschaftswachstum – gemessen als Summe aller ökonomisch bewerteten Güter und Dienstleistungen durch das Bruttosozialprodukt – nach wie vor im Zentrum der wirtschaftlichen Zielsetzungen. Für unternehmerisches Handeln ist Wachstum der entscheidende Maßstab für den Erfolg der eigenen Unternehmensstrategie, um die Rendite des eingesetzten Kapitals zu messen und in die Zukunft investieren zu können, nicht zuletzt, um Arbeitsplätze zu sichern oder neu zu schaffen. Wirtschaftspolitisch ist Wachstum ebenfalls der entscheidende Indikator für die volkswirtschaftliche Entwicklung. Doch was ist zu tun, wenn das Wirtschaftswachstum immer mehr ökologische Krisen nach sich zieht oder sich – wie das exorbitante Wachstum der Umsätze und Gewinne an den Finanzmärkten – von den realwirtschaftlichen Entwicklungen abkoppelt?

Der Grundsatz christlicher Ethik – in der Sozialinitiative prominent als erste These aufgenommen – lautet, dass wirtschaftliches Handeln, insbesondere wirtschaftliches Wachstum, stets „in den Dienst der Menschen“ gestellt werden muss, indem es „die menschliche Entwicklung insgesamt“ fördert, Armut beseitigt und das Gemeinwohl weiterentwickelt. Im Unterschied hierzu fordern einige Sozialethiker und auch Ökonomen, dass die Orientierung am Wachstum des Bruttosozialprodukts aufgegeben werden sollte.

Der Beitrag von Traugott Jähnichen ist in der "Tagespost" erschienen. Lesen Sie hier im PDF weiter.