„Seid mehr Papst Franziskus“

Die Ökumenische Sozialinitiative der Deutschen Bischofskonferenz und der Evangelischen Kirche in Deutschland hat eine breite Diskussion angestoßen. Die zentralen Etappen des Diskussionsprozesses, vom Kongress "Gemeinsame Verantwortung für eine gerechte Gesellschaft" bis zu den Stellungnahmen, Gastbeiträgen und Kommentaren hier auf dieser Webseite, sind im Dokumentationsband "Im Dienst an einer gerechten Gesellschaft" zusammengefasst, den Sie hier als PDF herunterladen können

Dirk Langenbach

Katholische Arbeitnehmerbewegung Bezirk Düren

Für die Beteiligten am Bezirkstag der KAB Düren stellt sich die Frage wer an dem Dokument mitgewirkt hat und wo darin die Basis der Kirchen zu erkennen ist. Diesem Dokument liegt kein, breitangelegter Konsultationsprozess zugrunde, wie dies 1997 i, „Wort für die Zukunft in Solidarität und Gerechtigkeit“ der Fall war. Es wurde die Frage aufgeworfen wie die Basis der Kirchen, die Christen und Christinnen sich in diesem Papier wiederfinden können und es mittragen können.

Der Bezirkstag der KAB Düren möchte sich der Kritik anderer Gruppierungen und Institutionen  anschließen und daraufhin weisen das echter Dialog und Beteiligung aus unserer Sicht anders aussieht. Die Basis der Kirchensoll jetzt eine Debatte anstoßen aufgrund eines Dokumentes an dessen Entstehung sie nicht beteiligt war und dessen Inhalte sie nur bedingt als Ihre annehmen kann.

Dem Bezirkstag fehlt in diesem Papier die klare Stellungnahme zur „Option für die Armen“ und der Sozialethik der Kirchen und der sozialen Verantwortung der Unternehmen und Politik. Den Verantwortlichen des Bezirkes Düren fehlt es an klaren Stellungnahmen und Zeichen gegen die Individualisierung, Globalisierung und prekären Arbeitsbedingungen unserer Zeit. Sie wünschen sich klare Worte zur Vorbildrolle der Kirche sowie die Verknüpfung der Kritik mit den Werten der christlichen Kirche. Es fehlen den Mitgliedern des Bezirkstages klare Worte gegen den ausufernden Kapitalismus, die klare Stellungnahme für die Benachteiligten und die Arbeiterschaft. Es wird nicht die Frage aufgeworfen, wo der Produktivitätsgewinn, die Börsen und Unternehmensgewinne hingehen.

Die Kirchen sollten sich wieder mehr für die Armen einsetzen und für eine soziale Gerechtigkeit eintretten, in der es sichere und unbefristete Arbeitsplätze gibt, in der Lohngerechtigkeit herrscht und soziale Sicherung nicht nur ein Wort, sondern auch Tat ist. Die christlichen Kirchen sollten sich intensiv für die benachteiligten und kleinen Leute einsetzen und für eine Verteilungsgerechtigkeit und UmFairteilung.

Der Bezirkstag der KAB Düren fordert die Kirchenleitungen auf, wieder mehr Sprachrohr der Armen und Gegenpart des Kapitals zu sein, um nicht weiter an Glaubwürdigkeit zu verlieren.

„Seid mehr Papst Franziskus!“