Vorschläge der Sozialinitiative auch wirklich umsetzen!

Die Ökumenische Sozialinitiative der Deutschen Bischofskonferenz und der Evangelischen Kirche in Deutschland hat eine breite Diskussion angestoßen. Die zentralen Etappen des Diskussionsprozesses, vom Kongress "Gemeinsame Verantwortung für eine gerechte Gesellschaft" bis zu den Stellungnahmen, Gastbeiträgen und Kommentaren hier auf dieser Webseite, sind im Dokumentationsband "Im Dienst an einer gerechten Gesellschaft" zusammengefasst, den Sie hier als PDF herunterladen können

Winfried Gather

Winfried Gather ist Diözesansekretär der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung in der Diözese Köln.

Viele der in der Sozialinitiative angesprochenen Punkte vertritt die KAB seit Jahren. Die immer ernster werdende Spaltung der Gesellschaft in Arm und Reich und die beständige Zunahme prekärer Arbeitsverhältnisse sorgen uns seit langem. Es ist gut, dass die katholische und die evangelische Kirche diese Missstände jetzt so deutlich ansprechen. In manchen Bereichen wünschen wir uns jedoch noch mehr Klarheit, zum Beispiel in Bezug auf den gesetzlichen Mindestlohn.

Hier heißt es im Sozialwort der Kirchen: „Bei der Setzung staatlicher Mindestlöhne muss aber darauf geachtet werden, dass bestehende Arbeitsverhältnisse nicht verdrängt und nicht neue Barrieren zum Einstieg in den Arbeitsmarkt geschaffen werden.“

Kein Weg am Mindestlohn vorbei

Nach unserer Ansicht als Katholische Arbeitnehmer-Bewegung führt angesichts der jüngsten Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt kein Weg an der Einführung eines flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohns vorbei, der mindestens 9,70 Euro pro Stunde betragen sollte. (Stichworte: Leiharbeit, befristete Arbeitsverträge, zunehmende Teilzeitarbeitsplätze bei gleichzeitigem Abbau von Vollzeitbeschäftigung.) Alles andere würde auch massiv zu einer zunehmende Armut im Alter beitragen.

Als Katholische Arbeitnehmer-Bewegung fordern wir nun von den Kirchen, den Druck auf die Politik aufrecht zu erhalten, damit das Sozialwort auch Wirkung zeigen kann. Wir alle wollen in einer Welt leben, in der die Vermögen gerecht verteilt sind, die Finanzmärkte kein unkontrolliertes Eigenleben führen und die Umwelt geschont wird. Damit das Wirklichkeit wird, müssen wir alle unseren Beitrag leisten.