Die Verbindung von Freiheit und Gerechtigkeit

Die Ökumenische Sozialinitiative der Deutschen Bischofskonferenz und der Evangelischen Kirche in Deutschland hat eine breite Diskussion angestoßen. Die zentralen Etappen des Diskussionsprozesses, vom Kongress "Gemeinsame Verantwortung für eine gerechte Gesellschaft" bis zu den Stellungnahmen, Gastbeiträgen und Kommentaren hier auf dieser Webseite, sind im Dokumentationsband "Im Dienst an einer gerechten Gesellschaft" zusammengefasst, den Sie hier als PDF herunterladen können

Immer wieder begegnet uns die Behauptung eines Widerspruchs zwischen Moral und Ökonomie. In der Finanzmarktkrise wurde z. B. von Bankenvertretern zugestanden, dass bestimmte Geschäftsmodelle und Investments moralisch fragwürdig waren, dass sich aber zumindest Banken mit internationalem Anspruch diesen nicht entziehen konnten. Grund seien die Spielregeln des internationalen Finanzmarktes. Eine ähnliche Argumentation findet sich immer wieder auch bei Unternehmen, die auf die Gesetzmäßigkeiten des globalisierten Marktes verweisen, wenn sie etwa damit konfrontiert werden, in Entwicklungsländern bestimmte Sozial- oder Umweltstandards verletzt zu haben.

Wir halten diese Trennung von Ökonomie und Moral für falsch und für fatal. Sie ist schon historisch grundfalsch. Die Ökonomie war immer ein Teilgebiet der Ethik, bis sie sich seit dem 18. Jahrhundert zu einer selbstständigen Wissenschaft entwickelte. Ihren moralischen Anspruch hatte sie dabei aber nicht aufgegeben, sondern ihr erklärtes Ziel blieb es, die wirtschaftlichen Grundlagen für den Wohlstand der Völker zu erforschen. Die Aufgabe der Wirtschaft sollte es sein, in bestmöglicher Weise die materiellen Grundlagen für ein gutes, selbstbestimmtes Leben aller zur Verfügung zu stellen. Die Marktwirtschaft hat sich als das bestmögliche System herausgestellt, um unter den notorischen Knappheitsbedingungen des irdischen Lebens den Bereich der materiellen Bedarfsdeckung zu organisieren. Aber auch sie erfüllt diese Aufgabe nur in unvollkommener Weise. Der Markt bedarf einer Rahmenordnung zum Schutz des freien und fairen Wettbewerbs selbst sowie zum Schutz öffentlicher Güter und der Umwelt, und er bedarf staatlicher Sozialpolitik, um die gerechte Teilhabe aller sicherzustellen.

Wir sehen mit Sorge, dass sich in der allgemeinen Wahrnehmung die Ökonomie immer weiter von der Ethik entfernt hat. Dabei wollen wir keineswegs bestreiten, dass der Bereich der Wirtschaft gemäß einer eigenen Sachlogik funktioniert und dass derjenige, der sich als Investor, Dienstleister, Produzent oder Konsument auf den Markt begibt, dieser Sachlogik folgen muss. Trotzdem hat sich auch der, der sich auf dem Markt bewegt, an die moralischen Regeln zu halten, die im gesellschaftlichen Umgang geboten sind. Die Tugenden der Gerechtigkeit, der Ehrlichkeit und des Maßhaltens werden durch die ökonomische Rationalität in keiner Weise relativiert. Wo dies geschieht und wo dementsprechend bedenkliche Haltungen wie Gier und Maßlosigkeit propagiert und praktiziert werden, zersetzt sich der gesellschaftliche Zusammenhalt mit fatalen Folgen insbesondere für die schwächsten Glieder. Aber auch ökonomische Fehlanreize können negative soziale Folgen nach sich ziehen. Wo Ökonomie und Menschlichkeit in Widerspruch zueinander geraten, stimmt etwas an der ökonomischen Ordnung nicht mehr.

Es ist Aufgabe aller Christen, für eine solidarische und gerechte Gesellschaft zu sorgen

Wir Christen wissen um die Gebrochenheit der menschlichen Natur, die zum Großartigsten, aber auch zum Schrecklichsten fähig ist. Und wir werben dafür, diese Ambivalenz des Menschlichen auch bei der Gestaltung der sozialen Institutionen zu beachten. Die menschliche Gesellschaft ist keine Gemeinschaft von puren Egoisten, aber auch keine von reinen Altruisten. Dem trägt das Modell der Sozialen Marktwirtschaft Rechnung, weil es einerseits das menschliche Leistungsstreben und Konkurrenzverhalten in den Dienst volkswirtschaftlicher Effizienz stellt, aber andererseits den marktwirtschaftlichen Wettbewerb auf das Gemeinwohl hin ordnet und im Wege des Sozialstaats mitmenschliche Solidarität organisiert. Diese Verbindung von Freiheit und marktlichem Wettbewerb einerseits und einem System des sozialen Ausgleichs und der Solidarität andererseits ist mehr als eine spezifisch deutsche Wirtschaftsverfassung, sondern ein  moralisch begründetes Sozialmodell, das tief in der europäischen Kultur wurzelt. Diese Kultur Europas ist ganz wesentlich durch das Christentum geprägt worden. Auch darum fühlen wir uns als Christen dazu aufgerufen mitzuwirken, um dieses kulturelle Erbe zu bewahren und lebendig zu halten.

Wir werben dafür, dass wir als Gesellschaft versuchen, eine Antwort auf die sich in der Geschichte immer wieder neu stellende Frage zu finden, wie Freiheit und soziale Gerechtigkeit zusammengedacht und -gebracht werden können. Wir sind überzeugt, dass es auch heute Antworten auf diese Frage gibt. Die vorgelegten Thesen möchten einen Diskussionsbeitrag dazu leisten. Dieser öffentliche Beitrag der Kirchen stellt aber auch Anforderungen an uns selbst. Bereits im Gemeinsamen Wort von 1997 haben wir betont: „Es genügt nicht, wenn die Kirchen die wirtschaftlichen und sozialen Strukturen und die Verhaltensweisen der darin tätigen Menschen thematisieren. Sie müssen auch ihr eigenes Handeln in wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht bedenken. Das kirchliche Engagement für Änderungen in der Gesellschaft wirkt umso überzeugender, wenn es innerkirchlich seine Entsprechung findet.“[3] Deshalb müssen auch die Kirchen prüfen, welche Veränderungen und Aufgaben für das eigene Handeln sich aus den Fragen der Zeit ergeben.

Der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland und die Deutsche Bischofskonferenz haben mit diesen Thesen die Initiative ergriffen, um die Diskussion über eine Erneuerung unserer Wirtschafts- und Sozialordnung anzustoßen. Wir laden die verschiedenen kirchlichen und gesellschaftlichen Gruppen, aber auch jeden Einzelnen ein, mit uns ins Gespräch zu kommen über den Ausgleich von Freiheit und Gerechtigkeit. Wir sind der Überzeugung, dass es unsere gemeinsame Aufgabe ist – aller Christen, aber auch aller Menschen, die sich für die Zukunft unserer Gesellschaft einsetzen –, sich den Fragen der Zeit zu stellen und für eine solidarische und gerechte Gesellschaft Sorge zu tragen. Mehr noch: Es ist unsere gemeinsame Verantwortung.

[3] Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland / Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz (Hrsg.): Für eine Zukunft in Solidarität und Gerechtigkeit. Wort des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Deutschen Bischofskonferenz zur wirtschaftlichen und sozialen Lage in Deutschland, Hannover / Bonn 1997 (Gemeinsame Texte, 9), Nr. 243. zurück

Kommentare

Dem im Schlussteil formulierten Gedanken ist uneingeschränkt zuzustimmen.
„Eine Trennung von Ökonomie und Moral ist falsch. Die Tugenden der Gerechtigkeit, der Ehrlichkeit und des Maßhaltens werden durch die ökonomische Rationalität in keiner Weise relativiert. Wo Ökonomie und Menschlichkeit in Widerspruch zueinander geraten, stimmt etwas an der ökonomischen Ordnung nicht mehr. Als Christen ist unsere Aufgabe, das zu ändern und für eine solidarische und gerechte Gesellschaft zu sorgen.“

Aber es ist nicht Aufgabe der Kirche, wirtschaftspolitische Wegweiser zu erarbeiten. Die Kirche soll Christi Lehre verkünden und helfen, sie zu verwirklichen. Die Forderungen, die hier in diesem Papier gestellt werden, haben sich an der Kirche Schäfchen zu richten, und von denen gibt es genug in Schlüsselpositionen von Wirtschaft und Politik. Dass sie von Christi Lehre getrieben sind, ist leider nicht zu spüren, und das ist ein Versäumnis derer, deren Aufgabe die Verkündigung ist.

Im übrigen macht sich die Kirche lächerlich mit diesem Papier, einmal durch manche Gedanken darin (etwa in Forderung 1: „Gewinnmaximierung“ ist nur das Interesse eines Teils der in der Wirtschaft Agierenden und somit nicht das wesentliche Problem. Das Problem ist die Fixierung auf Wachstum. Seit über 40 Jahren (Club of Rome) werden wir gewarnt und haben nicht nachgedacht.), zum anderen aber durch die Erinnerung an die Historie: Im „Sozialwort“ von 1997 sind EKD und DBK eine „Selbstverpflichtung“ eingegangen: Hat man davon je wieder etwas gehört? Das Fazit ist doch: Was die fordern, können sie selbst nicht!
Also: Schuster bleib bei denem Leisten, und das heißt: Impfe deine Schäfchen, und zieh sie an den Ohren, wenn sie nicht spuren!

Ihr Zitat: "....Dass sie von Christi Lehre getrieben sind, ist leider nicht zu spüren, und das ist ein Versäumnis derer, deren Aufgabe die Verkündigung ist"

Zur Erinnerung: Die studierten Theologen haben doch gar keine Möglichkeit mehr, ihrer Aufgabe, der Verkündigung, nachzukommen.

Die Verkündigung übernehmen doch zwischenzeitlich Laien mit biblischen Erzählfiguren oder überkonfessionelle ökumenische Bewegungen, die monatlich durch die Gemeinden rollen, und die von politischen Problemen am Ende der Welt predigen. Die Kanzel ist quasi immer anderweitig belegt.

In unserer Region ist es so, dass 1 Pfarrerin und 2 Pfarrer einen Arbeitsplatz teilen, wegen der Gewinnmaximierung der kirchlichen Buchhaltung. Mich würde es also nicht wundern, wenn unsere Theologen über kurz oder lang in die Wirtschaft oder Politik wechseln und dort Schlüsselpositionen einnehmen.

Herr Hanke, falls Sie es noch nicht bemerkt haben sollten: Zwischenzeitlich ist es doch so, dass die Schäfchen den Schuster impfen und ihm, dem Meister, die Ohren lang ziehen, wenn dieser nicht spurt!

Diese Umkehrung hat enorme Folgen. Beispielsweise prüfen die Schäfchen, ob überhaupt die Rentabilität gegeben ist, um sonntags einen Gottesdienst abzuhalten, denn die Rechnung der Schäfchen lautet so:

Wirtschaftlichkeit = Erlös : Kosten

Also fällt der Gottesdienst auch mal aus!
Macht ja nix!
Hauptsache, die jüdische Märchenerzählerin kann auftreten und das Panflöten-Konzert kann in der Kirche stattfinden.

Bevor die Schäfchen an der Macht waren, ging es nicht vorrangig um Wirtschaftlichkeit. Da wurde der finanzielle Gemeindetopf für das Wesentliche ausgegeben, nämlich für die Verkündigung. Da wurde sogar für einen einzigen Christen, die Heizung in der Kirche angeschaltet und exclusiv für diesen einen das Evangelium gepredigt.

Heute ist der Gemeindetopf leer, weil sich jedes einzele Gemeindeglied selber verwirklichen will, mit tollen Gemeinde-Angeboten. Da gibt es einen ehrenamtlichen Leiter für Stadtbesichtigungen und eine ehrenamtliche Leiterin für Busreisen, einen fürs Theater, einen für Konzerte...

Wenn das wirtschaftliche Ergebnis kleiner als 1 ist, so ist keine Wirtschaftlichkeit gegeben, das bedeutet: Verlust!
Dann muss die kommunale Stadtkasse herhalten!

Wer einen Sozial-oder Familienpass besitzt, kann bei der Kirchengemeinde bis zu 40% Preisnachlass rausschinden. Wer eine Hartz-4-Bescheinigung vorlegen kann, zahlt gar nichts. Nun ja, ein kleiner finanzieller Striptease wird von den Kirchen schon verlangt! Man muss schon nachweisen können, dass man arm ist.

Welche Vetterles-Rechnung die Kirche und die Kommune dann aufstellen, das weiß höchstens der Stadtrat.

Ich glaube, früher waren Kirchengemeindeangebote gratis. Heutzutage kann diese mondänen Angebote nur noch wahrnehmen, wer wirtschaftlich gut situiert ist und viele Mußestunden übrig hat, denn die meisten Ausflüge finden am hellichten Werktag statt.

Effizienz war schon immer ein Ausdruck des Sozialen und folgt daher ausschließlich dessen Gesetzmäßigkeiten. Sich davon einen anderen Begriff zu machen, kann somit mit Fug und Recht als extrem amoralisch bezeichnet werden. Fraglich bleibt, warum weltweit nach wie vor Unsummen an Geldern dafür eingesetzt werden, nicht die notwendige Erkenntnisgewinnung auf dem Gebiet des Ersteren zum Wohle aller zu fördern, sondern ohnehin von vornherein wertlose, weil relativierende Auffassungen um des eigenen Vorteils willen zu entwickeln.

Von welcher Art von Freiheit sprechen die beiden Kirchen?

Ist da mal wieder der philosophische Freiheitsbegriff gemeint? Dieser Freiheitsbegriff beinhaltet gleichzeitig sehr viele andere Begriffe, wie psychologische, soziale, kulturelle, religiöse, politische und rechtliche Dimensionen und gehört damit zu der "menschlichen" Ideengeschichte.

Die Kirchen sollten sich aber darum kümmern, was der dreieinige Gott mit Freiheit meint. Sonst bleiben die Kirchen bis in alle Ewigkeit auf der schiefen Bahn!

Gott hat bereits eine Gemeinschaft geschaffen, nur lebt sie durch neue, menschliche Maßstäbe nicht nach den Vorgaben sondern davon. Jeder einzelne Mensch ist Teil dieser Solidargemeinschaft und sollte an einem Ziel arbeiten, das im eigenen Glück und in der eigenen Zufriedenheit zu finden ist, um Wohlstand als Person zu schaffen und nicht als Persönlichkeit zu erwirtschaften. Was nützt es gut zu sein, wenn alle anderen schlecht sind? Güte überträgt sich auf das Leben und wird dort so umgesetzt, dass sie für die Zeit von Nutzen ist. Was nützt es gerecht zu sein, wenn die Welt ungerecht ist? Gerechtigkeit ist ein Geben im richtigen Maß zum Nehmen. Gott gibt die ganze Welt, jeden Tag aufs Neue und der einzelne Mensch sollte sie ihm so unversehrt zurückgeben, wie es ihm möglich ist. Wie kann man frei sein, obwohl man eingesperrt ist? Gedanken sind frei, für jeden greifbar und unvoreingenommen zur Verfügung, egal wo man ist und wer man ist, kann man sie als Zeit umsetzen, unabhängig und frei von den eigenen Lebensumständen, allein durch das geistigen Vermögen und den zugehörigen Verstand.

So nach dem Motto der Pfadfinder: "Jeden Tag eine gute Tat". Hallooo? Geht`s eigentlich noch?
Wir sind evangelisch und müssen nicht jeden Tag eine gute Tat vollbringen. Wir werden von Gott geliebt auch ohne gute Leistungen.

Obwohl das so ist, sitzen zwischenzeitlich in vielen Kirchengemeinden "Pfadfindergruppen"....ich meine, dass die Kirchen hier so langsam in Erklärungsnöte geraten könnten.

Die meisten Pfadfinder in den Kirchengemeinden sind konfessionelle Verbände, also katholische (DPSG) oder evangelische (VCP). Für die Kinder und Jugendlichen ist das ein ganz wichtiger Ort, um Glaube und Nachfolge kennenzulernen und zu lernen. Das ist auch für die Kirche wichtig, denn aus diesen Gruppen kommen die künftigen Kirchenmitglieder und die Familien, in denen die Kinder mit Glauben und Kirche in Berührung kommen.

Zunächst mal folgendes:
Das VCP-Zeichen ist die "markenrechtlich geschützte" Kombination von Kompassnadel, Lilie und Kleeblatt und hat mit der evangelischen Luther-Rose nicht das Geringste zu tun. VCP Pfadfinder nennen sich evangelisch, dabei sind aber Jugendliche und Erwachsene anderer Konfessions- oder Glaubensrichtungen selbstverständlicher Teil der Gemeinschaft.

Kaum zu übersehen, dass die evangelischen Grenzen abgebaut werden und die Pfadi`s in Wahrheit überkonfessionell sind, ohne unser dämliches evangelisches Glaubensbekenntnis, und den Glauben, dass Jesus Christus der Sohn Gottes ist.

Ich meine, konfessionell und überkonfessionell ist nun mal leider Gottes nicht dasselbe. Das sollte sich zwischenzeitlich rumgesprochen haben.

VCP-Pfadfinder schrammen am liturgischen Kirchenjahr vorbei und feiern wo, wie und warum sie grade wollen, z. B. den
internationalen "Thinking Day"....

Pfadi`s tragen Uniform, was ja schon erschreckend genug ist, weil dadurch die Nähe zum Militär deutlich wird. Haben zudem ein eigenes Erziehungskonzept und geben darauf sogar einen Schwur ab.

Pfadis sind nicht nur politisch unterwegs, sondern auch in den Themenfeldern "wie Trinken und Ernährung" und holen aus 8000 km Entfernung, aus Kriegsgebieten das Friedenslicht ab und fliegen damit bombensicher nach Deutschland, um das Licht dann mit Zug, Bus, Auto in die Gemeinden zu transferieren (und weitere gefährliche actions)...dass dann in Deutschlands Wohnungen "einfach mal so" ausgepustet wird. Kümmern sich um Kofi Anan und seine Menschenrechtscharta und mischen in der Hochschularbeit mit. Um an den lieben Gott zu denken, bleibt da keine Zeit!

Die Zeiten, wo Pfadfinder mit dem Kompass im Wald herumgekrochen sind, sind längst vorbei. Das ganze erinnert mich an ganz andere Zeiten.

Ich glaube kaum, das man Aktivitäten mit Uniform und Anstecknadeln, als christliche Arbeit in der Kirchengemeinde bezeichnen darf.

Ein wichtiger Schwerpunkt der internationalen Arbeit des VCP ist die Begegnung und Verständigung mit Menschen aus Israel und dem Nahen Osten, wobei aber lediglich nach Israel das Geld aus den Kirchengemeinden geschickt wird, während die Palästinenser leer ausgehen. Ich halte von dieser politischen Schiene, in die man Kinder und Jugendliche unter dem Deckmäntelchen der naturbewussten Pfadi`s reindrängt, rein gar nichts.

Dass hier die Bischöfe taten- und temperamentlos zuschauen, ist doch ein Zeichen dafür, dass innerhalb den Kirchen die Vereine das Zepter übernommen haben.

Eine globale Marke ist das Unternehmen Pfadfinder geworden, nur noch ohne Filialen in Andorra, China, Kuba und Nordkorea.

Pfadfinder sind ein Geheimbund mit codierter Sprache, in dem Ortsgruppen "Stämme" heißen und Kleingruppen "Sippen".

Von wegen "alter Jugendkosmos" aus ewigem Lagerfeuer, Volksliedern und kalten Nudeln.

Mal abwarten, welche Aufgaben die "Scout`s" in Kriegsgebieten noch bekommen.

Gott kann nicht lieben, er ist die Liebe. Wir sind in seiner Schuld, das zu geben, was wir durch ihn in uns tragen. Wir sollten ihn lieben, dafür dass er uns einen Zugang zu dieser Welt verschafft, indem er sie uns täglich vor Augen führt. Sich selbst so anzunehmen wie man ist, das ist wichtig im Leben, denn nur dann kann man durch Selbstdisziplin ein Selbstbewusstsein entwickeln, das das Umfeld stärken kann, indem man mit der Zeit ausstrahlt, was man empfindet und nicht nur sagt was man denkt. Worte sind das Werkzeug des Geistes und dienen den Menschen zum besseren Verständnis. Teile des Lebens zu bewerten obliegt jedem selbst, denn allein die innere Einstellung zum Leben jedes Menschen bildet sein Urteil, doch gut und schlecht abhängig vom eigenen Standpunkt und vom Blickwinkel zu machen würde dem Leben nicht gerecht werden, denn dieses Leben ist das Ergebnis aus allen Erfahrungen. Jeder Mensch ist das Ziel seiner Fähigkeiten, die er dann mehr oder weniger ins Leben einbringen kann. Das ist die Aufgabe. Heute ist alles andere wichtiger als der Mensch selbst, deshalb ist es so schwer den dafür nötigen Halt zu finden. Familie wird durch die sozialen und wirtschaftlichen Gesichtspunkte in ein funktionierendes Grundsystem verwandelt statt den Mitgliedern die Geborgenheit zu geben, die ein angemessenes zu Hause bieten kann, um in eine Gesellschaft hineinwachsen zu können deren Anforderungen immer größer und umfangreicher werden. Kapitalismus mag gut für die Wirtschaft gewesen sein, doch für den Menschen ist er vernichtend, denn er kann sich als Lebensform nur dann durchsetzen, wenn er seine Leistungsfähigkeit für den Menschen einsetzt und nicht für noch mehr Kapital. Der Kapitalismus mag das Geld geschaffen haben, das die Welt zum Leben braucht, doch nun ist die Zeit seiner Hochkonjunktur vorbei und wir müssen uns in einer Gesellschaft zurecht finden, die durch den Kapitalismus geprägt ist. Bisher waren es meist Kriege, die neue Lebensformen hervorriefen. Ich hoffe diesmal schafft es der Mensch ohne Krieg sein Ziel zu erreichen.

Liebe Frau Steffens, wir befinden uns bereits mitten im Krieg der Religionen, haben Sie das noch nicht bemerkt? Christen in Ägypten haben Angst vor "Bärtigen". Muslime machen Jagd auf Kopten, Christen verfolgen "Bärtige", Überkonfessionelle drängen sich europaweit in die Kirchengemeinden hinein und faszinieren die Konfessionellen, internationale + globale Bewegungen donnern durch die Gemeinden, dann mischen sich die Gottgläubigen überall ein, die den verfassten Religionsgemeinschaften den Rücken gekehrt haben, sich aber als Gläubige verstehen, dann werden deutschlandweit Götter und Göttinnen verkauft angefangen von Göttin Annapurna bis hin zur Gottheit Savitri, von Buddha bis Hare krischna. Kinder und Jugendliche rennen mit Uniform durch den Wald und dürfen den Sonntagsgottesdienst abhalten, Narren halten die Faschingspredigt und die Pfarrer-innen werden frühzeitig in Rente geschickt. Anstatt aller Welt das Evangelium zu verkündigen, wird ein Sozialpapier gepredigt. Ich bin sowieso der Meinung, dass der Machtkampf in Ägypten den ohnehin brandgefährlichen Konflikt der Religionen noch weiter verschärfen wird. Und feiern Weltgebetstag aus Ägypten und sammeln Geld für das Krisengebiet, verkaufen parallel dazu unsere Kirchen und bejammern das nicht mal.

Letztendlich ist es so, dass stets der Stärkere gewinnt. Mal abwarten, ob wir das Luther-Jubiläum im Jahr 2017 überhaupt noch feiern müssen.

Ich weiß, dass wir uns mitten im Krieg befinden, doch es fällt mir schwer zu glauben, diesen Krieg könnte nicht der gewinnen, der am Ende siegt. Der einzige Sieg den es gibt ist ein neuer Tag mit der Erkenntnis aus dem vorangegangenen. Nicht jeder kann die Welt retten, doch jeder kann die Welt in den nächsten Tag mitnehmen.

Die Schnittmenge von Freiheit und Gerechtigkeit könnte und kann heute sehr viel größer sein als in den 60er Jahren. Es ist übrigens auch der Staat, der durch Unterlassungen und verwaltungsvorschriftenartige Gesetze, den Rahmen der Freiheit auf Schnittpunkte beschränkt.

Im Text, den ich in Gänze las, findet sich das Wort "Soziale Marktwirtschaft" dreimal, das Wort "Frauen" einmal im Zusammenhang mit den notorisch mangelnden Aufstiegschancen und das Wort "Sanktionen" (nach SGB II) k e i n-mal.

Ist es gerecht und verfassungswürdig, junge Menschen unter 25 Jahre, die ausverschiedenen Gründen und auch gänzlich unverschuldet erwerbslos wurden oder sein können, vom Grundrecht auf Berufsausübung, vom Grundrecht auf freie Wahl des Wohnortes und außerdem vom Grundrecht auf Mindestexistenzsicherung auszuschließen (siehe konkret und einschlägig § 31 Abs. 5 SGB II, insbesondere § 31 b (2) SGBII, also faktisch die 100%ige Minderung des Sozialtransfers bis auf 0,0 Euro und die volle Aussetzung des Krankenversicherungsschutzes)?
Ist das verhältnismäßig, und ist das sozial gerecht?
Kann man junge Menschen in den relevanten Jahren des Starts in ein eigenständiges Leben und in einer Phase der Familiengründung so hart strafen, faktisch in die Gosse stoßen, dafür, dass asymmetrische Arbeitsmarktverhältnisse vorliegen und ein junger Mensch wirklich seriöse Berufserfahrung benötigt - und keinen Job als HandlangerIn?

Es gibt nicht viele Experten unter den Volkswirten, die sich die Mühe machen, die milliardenschweren Fehler und Asymmetrien des Steuer- und Sozialsystems öffentlich darzulegen.
So ist es beispielsweise so, dass das heute in BRD praktizierte Ehegattensplitting jeden bevorteilt außer denjenigen jungen Ehepaaren, die gleich gut verdienen und Kinder gemeinsam groß ziehen.
Ist das gerecht, derzeit etwa fast 30 Mrd € pro Jahr unter allen anderen Verheirateten zu verplempern? Wenn man aber um diese Größenordnungen der Ungerechtigkeiten, die man im Rahmen der bestehenden Haushaltsmittel heilen könnte, weiß, dann kann man keinesfalls nachvollziehen, warum "Fördern und Fordern" eine angemessene Handhabung bei gleichzeitiger Minderbemittelung jenseits der Selbsthilfe der Menschen sein sollte.
Auch nachträgliche Nachbesserungen wie wir sie nach der BT-Wahl 2013 angekündigt erhielten, lassen tief in die eigentlichen Gestaltungsprinzipien jenseits der Wissenschaftlichkeit blicken:
"Die Leute kommen schon durch damit!" ist dabei noch die sozialere der landläufigen Maximen.

Hier lassen sich betreff der bürgerlichen Freiheit Aller weder Schnittmengen noch Schnittpunkte feststellen. Was der Staat auslässt, hätte die EKD/DBK wenigstens öffentlich bemängeln dürfen.

Ergo: Solche papers sind für viele Publika, nicht für ausgebildete fortschrittliche Ökonomen verfasst, da gerade diese die Verknüpfung von Moral/Ethik und Wirtschaftlichkeit kennen und wissen, welchen Profit man mit Ethikkodex nicht zwingend ziehen muss und dass Vieles im gegeben Rahmen heilbar wäre, sofern von auch nur formaldemokratisch gewählten Delegierten erwünscht.

Ist es nicht Ansichtssache, als gerecht oder ungerecht zu empfinden? Wie würde sich wohl eine Hausfrau und Mutter von zwei Kindern fühlen, die nicht arbeitet, wenn sie etwas auf die angeführte Kritik des Ehegattensplittings geben würde? Gerechtigkeit ist, dass j e d e r mit dem auskommt, was vorhanden ist. Das betrifft Geld, Nahrung und Energie. Ungerecht ist, die vorhandenen Ressourcen nicht so zu verteilen, dass das der Fall ist. Wo man nun mit der Diskrepanz ansetzt ist in meinen Augen nicht von tragender Bedeutung, das entscheidet der Blickwinkel, der sich den Anforderungen anpassen muss, um nicht von einer Ungerechtigkeit in die nächste zu rutschen. Am sinnvollsten wäre es in meinen Augen, die erwirtschafteten Gewinne so zu verteilen, dass sie die eingebrachte Leistung widerspiegeln und nicht das eingesetzte Kapital erhöhen. Wir globalisieren Märkte und vergessen dabei die Menschen mit einzubeziehen in diese Globalisierung, denn sie sind dieser Markt, die Leistung, die diesen Markt erst ermöglicht. Zeit gibt jedem Menschen die Möglichkeit an der eigenen Gerechtigkeit zu arbeiten. Sie nimmt Leben, um es weiter zu führen und nicht um es einzubehalten. Ungerecht ist, wer diese Eigenschaft der Zeit für sich selbst in Anspruch nimmt.

Multilateral bedeutet, wenn mehrere Staaten kooperativ, prinzipiell gleichberechtigt gemeinsam handeln - also Diplomatie betreiben. Beim Multilateralismus werden die Interessen ALLER Partner berücksichtigt und es gibt Verträge und vereinbarte Regelungen, die alle Beteiligten binden. Beim Allgemeinen Abkommen über den Handel mit Dienstleistungen bedeutet dies, dass Länder keine bilateralen Abkommen treffen dürfen, sondern nur Abkommen, von denen alle Mitglieder gleichermaßen profitieren. Nun sollen zunächst mal multilaterale ökumenische Taufen praktiziert werden, als Einstieg sozusagen, dann wird die ACK = Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen überlegen, wie man das neue Ganze in die ökologischen Gedanken einbinden kann.

Derartige Ideen nehmen die Menschheit gefangen! WOW!

Martin Luther hat seine Texte mit Initial-Buchstaben geschriebne. Im Sozialpapier findet man ebenfalls Initial-Buchstaben. Inhaltlich ist aber nix von Luther zu finden.

Der Buß- und Bettag in Deutschland ist ein Feiertag der evangelischen Kirche, der auf Notzeiten zurückgeht, jedoch zur Finanzierung der Pflegeversicherung gestrichen wurden.

Weil wir uns in Deutschland akut in Notzeiten befinden, wäre es doch gut, den Buß-und Bettag wieder mit einem arbeitsfreien Feiertag zu begehen. Der Mensch braucht die Zeit zur Buße, zur Reue und zur Umkehr zu Gott. Vor allem jetzt - in den akuten Notzeiten.

In Berlin dürfen evangelische Schüler/innen zu Hause bleiben.

3. Gebot: Du sollst den Feiertag heiligen.

An dieses Gebot hält sich lediglich der atheistiche Freistaat Sachsen. Ehrfurchtsbezeugungen sind hier wirklich angebracht!
Alle Hochachtung Sachsen!